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Massive Zugverspätungen im Winter 2010: Stiftung Warentest liefert die Zahlen

Nun ist es raus: Die Verspätungen der Deutschen Bahn im letzten Winter waren wesentlich gravierender, als es der Konzern zugeben möchte. Eine Studie von Stiftung Warentest belegt, dass im Dezember 2010 nur jeder dritte Zug pünktlich war – dies bedeutet, dass nur 32 Prozent aller Züge ihren Zeitplan eingehalten haben.

In einem Bericht, den die Deutsche Bahn dem Verkehrsministerium vorgelegt hatte, sah die Situation noch ganz anders aus: Hier versuchte man die Angelegenheit zu positivieren und konstatiert, dass etwas weniger als 70 Prozent aller Züge im letzten Winter pünktlich in die Bahnhöfe eingelaufen sind. Die Auswertung von Stiftung Warentest kann diese Zahl deutlich widerlegen und sagt, dass an keinem Tag im Dezember diese Pünktlichkeitsrate erreicht wurde.

Besonders betroffen waren hierbei die Hochgeschwindigkeitszüge. Mehr als 75 Prozent der ICCs waren demnach verspätet oder sind komplett ausgefallen. Die Schuldigen hierfür sind schnell benannt: Neben dem sanierungsbedürftigen Schienennetz sind es besonders die Triebfahrzeuge, die gegenüber den extremen Witterungsverhältnissen kapituliert haben. Am Bahnhof in Frankfurt wurden mehr als 400 Verspätungen mit Defekten an den Fahrzeugen begründet. Am schlimmsten war dies jedoch in Berlin, Magdeburg, Leipzig und Kassel, wo nur knapp jeder vierte Zug pünktlich sein Ziel erreichte.

Doch es gab auch Lob für die Deutsche Bahn: So weist Stiftung Warentest lobend darauf hin, dass die Informationspolitik des Unternehmens vorbildlich war. Auf der Internetseite wurde die Verspätungen im Minutentakt aktualisiert. Somit waren die Kunden zumindest über mögliche Komplikationen ihrer Weihnachtsreise informiert.

Quelle: focus.de
Bild: Ramon Vasconcellos (Flickr)

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