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Winterurlaub ohne Schnee? Alternativen für Skiurlauber

Es sollte doch eigentlich ein Skiurlaub im Winter werden - und nun das: Grüne Hänge statt Schnee auf den Skipisten. Wer in diesem Jahr einen Winterurlaub geplant hatte, der sieht sich nun mit frühlingshaftem Wanderwetter konfrontiert. Macht aber nix, der Urlaub soll trotz fehlendem Weiß schön werden - was also sind die Alternativen für Winterurlauber? Tourismuszentren und Skibetreiber halten in diesem Jahr einige Alternativen parat, um den Winterurlaubern trotz des viel zu milden Wetters viel Spaß zu garantieren. Sommerrodeln statt Winterrodeln heisst die Devise und statt Glühwein wird in deutschen Skigebieten eben Caipirinha serviert.

Schnee gibt es am Brocken im Harz derzeit nicht - Winterurlauber haben als Alternative die vielen Wanderwege für sich entdeckt: "Die Gäste wandern - Tatsache hier im Moment", so Ilona Baxmann, Leiterin der Tourist-Information Schierke am Brocken. Und um wenigstens drinnen ein wenig für Winterfeeling zu sorgen, versuchen die Restaurants und Kneipen in Schierke die Gäste mit Glühwein-Parties zu locken. Es gibt aber auch Kontrastprogramme: Gerhard Müller, der Betreiber der "Skiarena Silbersattel" im Thüringer Wald sagt: "Anstatt Glühwein müssten wir Caipirinha servieren." Eine von den insgesamt acht Pisten im Gebiet ist aber sogar geöffnet - dank Kunstschnee. Statt der erwarteten 1500 Besucher kommen momentan aber nur etwa 100 am Tag. Und auf die wenigen Gäste warten im Panoramazelt, als kleiner Trost, flirrende Bilder von verschneiten Landschaften auf einem Panorama-Bildschirm.

In Oberwiesenthal, im Erzgebirge, werden Rollski verliehen. Verleiher Eckhard Gahler erklärt: "Das ist ja ähnlich wie Skaten, wie mit den Inlinern, bloß halt mit Steckern." Biathleten halten sich mit Rollski normalerweise im Sommer fit. Die Nachfrage sei aber ziemlich gering - ein bisschen Schnee gibt es nämlich im Oberwiesenthal: "Sind zwar nicht die optimalen Bedingungen, aber man kann Skifahren", so Gahler.

Im größtem Skigebiet in Hessen, in Willingen sowie auf der Wasserkuppe in der Rhön, laufen wegen des ausbleibenden Schnees die Sommerrodelbahnen: "Wir sind Meister im Improvisieren", so der Sprecher der Skiliftbetreiber in Willingen, Jörg Wilke. Die Lifte seien zwar geöffnet, brächten aber nur die vielen Wanderer auf den Berg. Die Skihütten sind trotzdem voll: "Es gibt Après Ski auch ohne Skifahren." Weil auf auf Hessens höchstem Berg kein Schnee liegt, können Besucher die Sommerrodelbahn Rhönbob hinunter rasen und auch an Sturm- und Nebelwanderungen Teil nehmen. Dennoch, es gibt fühlbare Umsatzeinbußen in der Region: "Die Gäste sind auch nicht so begeistert," sagt Martin Kirchner, Skiliftbetreiber vom Wiegand hat auf der Wasserkuppe.

Im nordrhein-westfälischen Winterberg läuft der Skilift - auch bei den derzeit sechs Grad plus und Regenwetter. Der Kunstschnee-Streifen wird aber von Tag zu Tag schmaler und die Gäste werden demzufolge auf das Sommerprogramm umgeleitet: "Geführte Wanderungen, Sommerrodelbahn und Panorama-Brücke - wir haben ja einiges zu bieten", erzählt der Tourismus-Direktor Michael Beckmann. Sogar der Fahrrad-Verleih laufe. Dennoch, auch hier sind schon jetzt rund 2,5 Millionen Euro Umsatzeinbußen wegen des fehlenden Schnees entstanden - Tagesgäste kommen nämlich kaum.

Auch in Bayern ist Bobfahren angesagt: Auf der Bayerwald Coasterin Sankt Englmar geht es 1000 rasante Meter die Bahn hinunter. Betreiber Franz Bindl sagt: "Die Gäste sind begeistert", sagt und selbst bei Regenwetter sei das Bobfahren möglich: "Wir haben sogar Abdeckungen, wenn's regnen würde."

Im Schwarzwald gibt es Schnee - zumindest vereinzelt. In Höhenlagen von über 1200 Metern rund um den Feldberg können die Urlauber Ski oder Snowboard unter die Füße schnallen. "Alle wollen in den Schnee", so Volker Haselbach von der Hochschwarzwald Touristik GmbH. "Entsprechend viel ist hier in diesen Tagen los." In den niedriger gelegenen Wintersportorten sei es schwieriger. "In Hinterzarten zum Beispiel hat kein Lift geöffnet und kein Meter Loipe ist gespurt", erzählt Haselbach. Es gibt aber auch hier Alternativen. Nicole Stichling von Baiersbronn Touristik sagt: "Es gibt dann eben Fackel- statt Schneeschuhwanderungen" und auch Kutschfahrten werden angeboten. "Pferde kann man ja nicht nur vor den Schlitten spannen, auch eine Kutschfahrt hat ihren Reiz. Und der Ausblick auf Wälder und Seen ist zu jeder Zeit schön", so Stichling.

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