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Wenn Berühmtheit zum Problem wird: Tipps im Lonely Planet

Wenn es Probleme durch den Lonely Planet gibt, geht das wohl an der eigentlichen Intention des Reiseführers vorbei. Denn das Anpreisen von lokalen Besonderheiten und günstigen Spezialitäten kann auch negative Seiten haben: Durch den Ansturm von Lonely Planet–Lesern kann sich ein Geheimtipp schnell in einen Touristenort verwandeln.

Ramkishan Gawlani ist Omelette–Verkäufer in Indien und wunderte sich über einen immer größer werdenden Ansturm auf seine Köstlichkeiten. Alle anderen Angebote wurden gemieden, Touristen und Einheimische wollten bald nur noch Omelettes bei ihm essen. Erst spät erfuhr er, dass sein Name und Standort in der Bibel aller Reiseführer eingetragen wurde und ihm deswegen alle Indienreisende die Bude einrannten.

Die Veröffentlichung im Lonely Planet bedeutet, dass rund 55 Millionen Bücher weltweit verlegt und von Fans auf der ganzen Welt in 14 Sprachen gelesen werden. Allein der Lonely Planet India fasst rund 1000 Seiten. Wer hier gelistet wird, der verdient kurzzeitig viel Geld. Ramkishan Gawlani ist nun ein angesehener Mann in Jodhpur, über seinem Shop hängt ein Schild: 'Recommended by Lonely Planet'. Nicht immer jedoch geht es gut aus für die in den Reisenews genannten Orte.

In Nordindien schloss ein muslimischer Schrein kurzerhand seine Tore für Touristen, da der Aufhänger 'Jesus in Kaschmir' zu viele Reisende anlockte. Die Erwähnung im Lonely Planet ergab schließlich dieses Besucherproblem. Schade, wenn viele Insidertipps aufgedeckt und somit entzaubert werden. Probleme durch den Lonely Planet sind nicht das, was man als Urlauber in ein fremdes Land bringen sollte.

Quelle: sueddeutsche.de
Bild: Daniel Panev (Flickr)

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