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Was sich in Böhmen verändert hat

Böhmen hat sich verändert und ist nicht mehr das alte, wie etwa in der Erinnerung jener, die im heutigen Tschechien vertrieben wurden. Auch hier hat die Gegenwart ihren Einzug gehalten und die Prioritäten haben sich verschoben. Heute ist der gesamte Osten voller Überraschungen und lädt zum Neuentdecken ein. Schon kurz nach Dresden kommt man in Böhmen an, fühlt sich näher an Tschechien als noch in der Fantasie zuvor beschworen. Doch nur wenige 100 Kilometer hinter Berlin liegt die Region, welche ehemals zu Deutschland gehört hatte.

Teplice ist heute so ganz anders als vor 55 Jahren. Auf dem örtlichen Schlossplatz steht die Dreifaltigkeitssäule und die Heiligkreuzkirche. Die hiesige Dekanatskirche ist Johannes dem Täufer geweiht. Schöne bunte Bänke vervollständigen heute das Bild auf eine farbenfrohe Art und Weise. Schon seit Jahrzehnten wird vom tollen Klima in Teplitz geschrieben, wo man sich gut erholen konnte. Bereits im Jahr 1862 hat man das Bad in Teplitz in einem Reiseführer beschrieben und angepriesen. In der ersten Hälfte vom 19. Jahrhundert war diese Gegend ein überregional bekannter europäischer Kurort, der von vielen Menschen zur Erholung auf Städtereisen besucht wurde.

Neben Goethe war auch Beethoven hier zu Gast und neben ihnen Caspar David Friedrich, Wilhelm und Alexander vom Humboldt, Frédéric Chopin, Friedrich Wilhelm II und Zar Alexander. Man nannte Teplitz lange den `Salon Europas`. Heute bietet Teplice kein Bad mehr und auch das Art déco-Theater scheint verkommen. Böhmen hat sich verändert und mit ihr hat die Stadt auch ihre Prioritäten verschoben.

Quelle: faz.net
Bild: Teplice (Flickr)

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