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Urteil: Auch bei Verpätungen wegen Unwetter muss die Bahn zahlen

Urteilsspruch: Der Europäische Gerichtshof entschied jetzt, dass die Deutsche Bahn ihren Kunden auch dann eine Entschädigung zahlen muss, wenn höhere Gewalt im Spiel ist.

Bahnreisende haben sich ja mittlerweise fast schon daran gewöhnt, dass Züge der DB Verspätungen haben. Oft sind es technische Probleme, manchmal aber auch höhere Gewalt wie Unwetter. Der Europäische Gerichtshof entschied jetzt, dass dies die Bahn nicht davor schützt, Entschädigungen an ihre Kunden zu zahlen. Höhere Gewalt sei kein Argument, so die Richter.

Dazu zählen neben akuten Unwettern auch Erdrutsche und dazu kommen noch Streiks. Sollte ein Zug also aufgrund einer dieser Gründe Verspätung haben, so ist die Bahn dazu verpflichtet, eine Entschädigung zu zahlen. Laut einem EU-Gesetz gibt es 25 Prozent des Fahrpreises zurück, wenn der Reisende ein bis zwei Stunden zu spät am Zielort ankommt. Sollten es mehr als zwei Stunden sein, erhält der Kunde sogar die Hälfte des Fahrpreises.

Dieses Urteil des Europäischen Gerichtshofes gilt europaweit für alle Bahnunternehmen. Viele davon haben Klauseln in ihren Beförderungsbedingungen, die besagen, dass eine Entschädigung wegen höherer Gewalt nicht stattfindet. Diese sind damit hinfällig. Ausgenommen von diesem Urteil sind allerdings Verspätungen im Flug-, Schiffs- oder Omnibusfernverkehr.

In Berlin hat man schon auf den Richterspruch reagiert. Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshof werde sofort in die Tat umgesetzt, sagte eine Sprecherin der DB laut dem SPIEGEL. Nun sei "Rechtssicherheit in einer für die Verbraucher und für die Eisenbahnen wichtigen Rechtsfrage geschaffen worden". Allerdings habe die Bahn in der Vergangenheit von der Möglichkeit, wegen höherer Gewalt keine Entschädigung zahlen zu müssen, sowieso nur wenig Gebraucht gemacht.

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