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Kish Island: Urlaubsrefugio im Persischen Golf

Auf der kleinen Insel Kish im Persischen Golf entsteht ein neues Dubai: Gemäß des arabischen Vorbildes wollen einflussreiche Iraner aus dem Staatsapparat hier ein Urlaubsdomizil für gläubige Muslime schaffen, die dort in eine Welt zwischen dem muslimischen Glauben und des westlichen Glitzerurlaubes eintauchen können.

Die Regierung in Teheran war es Leid, große Tourismuseinnahmen immer wieder an Dubai abtreten zu müssen, somit entstand die Idee zu Kish Island, das sozusagen als kleine Projektionsfläche für nationale Projekte dienen soll. Fragen, inwiefern westliche Gepflogenheiten und Freiheiten mit dem islamischen Glauben vereinbar sind und inwiefern diese von den Mitbürgern genutzt werden, stehen zur Diskussion.

Die Insel lockt mit kilometerlangen weißen Sandstränden und mit einem auf dem Schachbrett entworfenen Urlaubsparadies: Jede Palme, jedes Hotel und jede Schmuckverkäuferin scheint genau an den einen bestimmten Ort gesetzt worden zu sein. Ampeln gibt es nicht auf der Insel, denn die Präsenz der islamischen Gesetze ist auch so spürbar. Nirgendwo darf schneller als 80 Kilometer pro Stunde gefahren werden, so dass die Insel einen Ort der Ruhe und Entspannung darstellt.

Viele Iraner kommen über ein verlängertes Wochenende auf die kleine Insel und genießen die Vorzüge dieses Refugio, die es den Frauen ermöglicht, ab und zu das Kopftuch zu lüften oder günstig zollfrei einzukaufen. Doch der Schein der Freiheit trügt: Egal, wo man steht oder geht, überall sind die Konterfei der beiden großen Mullahs zu sehen.

Quelle: spiegel.de
Bild: Hamed Saber (Flickr)

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