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Dänische Bauoffensive: Tunnel zwischen Fehmarn und Rødby

Die dänische Regierung hat entschieden: Im Jahre 2020 wird ein Tunnel die deutsche Insel Fehmarn mit der dänischen Kleinstadt Rødby verbinden. So soll sich die Strecke zwischen Hamburg und Kopenhagen um eine Stunde reduzieren. Zuerst sollte eine Brücke über den Fehmarnbelt gebaut werden, doch bei diesem Projektantrag wurden zu viele Probleme und Nachteile identifiziert.

Zum einen ist ein Brückenbau über so eine lange Distanz recht kompliziert, die Stromkosten für die Brückenbeleuchtung wären sehr hoch und für solch einen Bau würde man mehr Material aus Fernost benötigen – weder in Deutschland noch in Dänemark produziert die lokale Wirtschaft ausreichend Stahl.

Somit fiel die Entscheidung also auf einen unterirdischen Tunnel. Dieser wird 17,6 Kilometer lang sein und aus Betonröhren bestehen. Diese Röhren sind jeweils 200 Meter lang und wiegen ungefähr 70.000 Tonnen – ein unglaubliches Vorhaben! Doch die Dänen haben sich dazu entschieden und möchten den längsten Absenktunnel der Welt bauen.

Dies tun sie komplett ohne Absprache mit der deutschen Regierung; die Entscheidung liegt klar auf dänischer Seite, da diese auch die Finanzierung übernehmen wird – rund 5 Milliarden Euro soll das Projekt kosten! Obwohl also dänische Steuerzahler stark zur Kasse gebeten werden, kommt der größte Protest von deutscher Seite. Hier befürchten die Bewohner der Insel Fehmarn, dass ihre touristisch sehr beliebte Insel an Attraktivität verlieren wird. Politiker der Grünen warnen hingegen vor den ökologischen Schäden für die Ostsee.

Quelle: spiegel.de
Bild: Dushan Hanuska (Flickr)

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