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Unesco erweitert das Weltnaturerbe - 10 Fakten zum Wattenmeer

  • baudissin/Flickr

Die Unesco hat jetzt das komplette Wattenmeer zum Weltnaturerbe erklärt - also auch den dänischen Teil des Gebiets sowie die niedersächsischen Offshore-Gebiete. Wir verraten Ihnen zehn Fakten zum Wattenmeer, die Sie noch nicht kannten.

1. Das größte Wattenmeer weltweit

Das Wattenmeer an der Nordsee ist verteilt über die Küsten in den Niederlanden, in Deutschland und in Dänemark und das größte seiner Art. Das Wattenmeer an der Nordsee misst insgesamt mehr als 10 000 Quadratkilometer und umfasst das gesamte Küstengebiet, dazu gehören Wattflächen, Inseln, Dünen, Sandbänke, Prielen sowie Salzwiesen.

2. Das Wort "Watt" und "Wattenmeer" Definition

Die Bezeichnung Watt verwendet man für Flächen, welche in Rhythmen von Ebbe und Flut überspült werden bzw. trocken fallen. Das Wort Watt, im Plural "die Watten", entstammt dem Wort "waten"und meint all die Gebiete, die während einer Ebbe so weit trocken gelegt werden, so dass man durch sie waten kann. Auch der Trockenfall an sich wird "waten" genannt.

3. Wattwanderungen bei Ebbe

Das Wattenmeer an der Nordsee fällt etwa zwei mal am Tag trocken. Und jedes mal bildet sich dann eine einzigartige Küstenfläche. Beliebt sind die Wattwanderungen. Diese ist jedoch nur zu empfehlen, wenn man sich mit den Gezeiten und der Regionen gut auskennt bzw. in Begleitung eines Fachmannes. Denn wer von der Flut überrascht wird, kann plötzlich ganz weit draußen im Meer wieder finden.

FOTOS: Wattenmeer - erweitertes Weltnaturerbe 2014 - die schönsten Bilder

4. Was sind Priele? Die Bedeutung

Die wellenförmigen Wasserläufe im Sand nennen sich Priel. Oft tragen sie auch Namen und nennen sich Süderpiep oder Kotzenloch. Priele entstehen durch die Strömung von Wasser - bei Flut kommt es dort hinein und bei Ebbe fließt es wieder ab. Bei dem Vorgang können durchaus massive Strömungen entstehen, in beiden Richtungen. Deshalb wandern manche Priele auch und das kann durchaus gefährlich werden.

5. Das Wattenmeer - der "Friedhof der Namenlosen"?

Das Watt ist aufgrund von Ebbe und Flut und den wandernden Prielen manchmal unberechenbar. Es gibt aber immer wieder Wattwanderer, die diese gefahren unterschätzen und auf eigene Faust auf Wanderungen im Wattenmeer gehen. Und manche kommen dabei auch ums Leben. Rund zehn Kilometer vor Cuxhaven, auf der Insel Neuwerk, gab es einst den "Friedhof der Namenlosen". Dieser war für angespülte Wasserleichen bestimmt. Heute werden diese aber auf das Festland transportiert. 

6. Kegelrobben - die Raubtiere im Wattenmeer

Die ist das größte Raubtier in Deutschland und sie ist im Wattenmeer beheimatet. Eine ausgewachsene Kegelrobbe wiegt um die 200 Kilo und sie kann bis zu zwei Meter lang werden. Sie hat eigentlich nur einen großen Feind - und das ist der Mensch. Die Kegelrobbe ist sogar beinahe ausgerottet worden, seit den 1980er Jahren wachsen sich die Bestände aber wieder. Im Wattenmeer ist neben der Kegelrobbe auch der mit ihr verwandte Seehund beheimatet.

7. Tiere im Wattenmeer - quasi unsichtbar

Das Wattenmeer ist ein aeusserst aktivster Lebensraum - er kann sogar mit der Produktion von Biomasse im Regenwald mithalten! Man sieht dieses leben allerdings nicht mit dem blossen Auge - sondern nur unter der Lupe. So gibt es im Watt Millionen von kleinen, pflanzlichen Einzellern, den Kieselalgen pro Quadratzentimeter. Aber Schlickkrebse, und Tierchen wie Watt- oder Borstenwürmer kommen vor.

8. Vögel am Wattenmeer

Das Wattenmeer bietet vielen Vögeln ein Zuhause - oder zumindest zeitweise. Man geht von etwa zehn Millionen Zugvögeln aus, die das Wattenmeer als Zwischenstopp nutzen, darunter sind Wattvögel, Gänse und Enten. es kampieren aber nicht nur Vögel auf ihrem Weg bis Südafrika, es nisten hier auch viele Brutvögel.

FOTOS: Wattenmeer - erweitertes Weltnaturerbe 2014 - die schönsten Bilder

9. Das Erdöl im Wattenmeer

Das Ölfeld Mittelplatte befindet sich mitten im Nationalpark Wattenmeer und sorgt immer mal wieder für Aufregung. Es macht mit ca. 100 Millionen Tonnen Öl ungefähr die Hälfte der Reserven aus und ist auch das einzig wirklich nennenswerte Ölgebiet in Deutschland. Das Öl aus dem Ölfeld Mittelplatte ist aufgrund seiner hohen Anzahl von sogenannten Nebenstoffen wie beispielsweise Salz, Sand oder Gas nicht mal besonders hochwertig, aber stetig kommt zu erneuten Diskussionen zwischen Förderern und Umweltschützern. Das Gebiet des Ölfeldes droht nämlich das Fundament zu unterspülen, was einen weiteren Abbau verhindern koennte.

10. Schiffsunglück im Wattenmeer

1998 geschah ds bisher größte Schiffsunglück im Wattenmeer - ein Frachtschiff, die "Pallas" fing vor Amrum Feuer und sank daraufhin. Für die Natur blieb das Unglück aber ohne schlimme Folgen, denn es nur Holz geladen. Ein ähnliches Schiffsunglück, aber mit giftiger Ladung, hätte verheerende Folgen für die ganze Region gehabt.  

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