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Totentanz in Wien

Im November konzentriert sich in Wien alles auf den Zentralfriedhof, denn hier werden die Begrabenen dann auf eine ganz besondere Art und Weise geehrt. Immer Anfang November kommen die Wiener zusammen und besuchen gemeinsam die Ruhestätten der Angehörigen inmitten Wiens. Es handelt sich um eine so genannte Gräberrallye, bei der regelrechte Volksfeststimmung herrscht. Hier ist es keine Seltenheit, dass auch Kinder sich vergnüglich auf dem Friedhof tummeln und vor den Grabsteinen spielen.

Dann sind auch die vielen Damen unterwegs, die riesige Blumengestecke auf die letzten Ruhestätten legen, es ist einfach ein Ausnahmezustand in Wien. Fast 330.000 Steine liegen auf dem Wiener Zentralfriedhof, was ihn zu einem der größten überhaupt macht. Hier liegen auch besondere Tote wie Brahms, Beethoven oder Strauß. Auch wurde der große Musiker Falco hier 1998 begraben und sorgt bis heute für Pilgerfahrten von alteingesessenen Fans.

Gerade dieses Grab ist für den Besuch während der Städtereisen sehr interessant, es ist in der Form einer transparenten CD gehalten und setzt damit neue Maßstäbe in der Ästhetik auf Gräbern. Es scheint tatsächlich ein Volkssport geworden zu sein, Leben auf den Friedhof zu bringen und auch der Totenkult ist noch längst nicht ausgestorben.

Besonders begehrt ist bei vielen Besuchern vor allem der Gang zum Grab der Kaiserin Sissi, hier will sich jeder einmal fotografieren lassen und sich dem Idol ganz nahe fühlen. Besucher dürfen sogar die Michaelegruft hinabsteigen, hier in Wien feiert man die Leichen eben auch posthum noch gebührend.

Quelle: sueddeutsche.de
Bild: nonanet (Flickr)

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