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Synthetik-Sand aus Müll an Italiens Stränden

Italiens Strände sollen demnächst aus Müll bestehen. Nein, nicht so wie man sich den Müll aus der eigenen Mülltonne vorstellt, sondern aus einem Synthetik-Sand, der aus Müll hergestellt wird. Italiens Strände schrumpfen nämlich, aufgrund des steigenden Meeresspiegels, der den Sand von den Adria- und Riviera-Stränden wegschwemmt.

Seit mehreren Jahren versucht man den Prozess aufzuhalten und transportiert Tonnen an Sand aus dem Landesinneren an die Küste. Da aber die Nachfrage von Jahr zu Jahr steigt, steigen auch die Preise. Eine Lösung bietet die Abfallverwertungsanlage bei Trevisio, die einen künstlichen Sand aus Müll herstellt.

Dabei wird normaler Abfall von nicht verwertbaren Materialien befreit. Glas, Elektroschrott und Metall wird mithilfe von Sortierrobotern, Windmaschinen und Magneten aus dem Müll gefischt. Der Rest wird zerkleinert, stark erhitzt und anschließend sterilisiert. Das Ergebnis besteht aus feinen Körnern, die von echtem Sand nicht zu unterscheiden sind.

Die Vorteile fasst die Direktorin der Anlage, Carla Poli, in einem Satz zusammen: 'Wir stellen feinen, sauberen Sand her, extrem kostengünstig und umweltfreundlich.' Vor allen Dingen, dass die Kosten für den Kunstsand, nur ein Drittel dessen ausmachen, was für den echten Sand ausgegeben werden muss, macht das Ganze attraktiv. Urlauber werden demnächst also darüber froh sein, dass sie beim Strand-Urlaub in Bibione, Jesolo oder Caorle Müll in Form von Sand vorfinden können.

Bild: Cristiano Cani (Flickr)

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