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Städteurlaub in Kroatien: Auf den Spuren der Römer

Wer an Kroatien denkt, hat meist die wunderschöne Natur und besonders wohl die sonnensatten Badestrände im Sinn. Für einen Städteurlaub hat Kroatien ebenfalls einiges zu bieten – besonders für Liebhaber altrömischer Architektur. Die beiden Orte in Kroatien, die sich in dieser Hinsicht am meisten lohnen, sind die Hafenstädte Split und Pula.

In beiden Städten lassen sich eindrucksvolle Bauten aus der Zeit des römischen Reiches besichtigen, und auch abseits der ausgeschilderten Attraktionen verbreiten die Gassen der historischen Altstädte ein romanisch-mediterranes Flair. Wer Lust und Laune für einen kulturellen Kurzurlaub mitbringt, kann auch spontan zahlreiche günstige Reiseangebote finden, die einen im Nu nach Kroatien bringen.

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Der Diokletian-Palast in Split

Die Hafenstadt Split ist die größte Stadt im südlichen Kroatien und wird daher im Volksmund als die Hauptstadt Dalmatiens bezeichnet. Ihr Ursprung geht auf den Bau jenes Gebäudes zurück, das heute ihre größte Attraktion darstellt: der 305 n. Chr. erbaute Diokletian-Palast. Kaiser Diokletian, der aus dem kleinen, wenige Kilometer entfernten Ort Salona stammte, ließ sich hier an der Küste einen prachtvollen Altersruhesitz errichten. Rund um den Kaiserpalast entstand über die Jahre die Stadt Split. Da die Stadt unmittelbar im Schatten der schützenden Palastmauern wuchs, war sie bestens vor Überfällen und Eroberungen geschützt, sodass große Teile der Altstadt bis heute erhalten geblieben sind. Mittlerweile wurde die historische Altstadt von Split – heute eine pulsierende Wirtschaftsmetropole und die zweitgrößte Stadt Kroatiens – von der UNESCO zum Welterbe erklärt.

Das Highlight der Altstadt ist der Diokletian-Palast selbst. Dieser beeindruckt nicht nur durch seine enorme Größe von 30.000 Quadratmetern Grundfläche, sondern auch durch die architektonische Vielfalt der einzelnen Gebäudeteile. Der Gebäudekomplex kombiniert römische Villen- und Palastarchitektur, aber auch Militär- und Stadtarchitektur sowie die Sakralarchitektur dieser Zeit – jeweils ausgestattet mit dem Prunk, der einem römischen Kaiser gebührt. Gebaut aus dem weißen Kalkstein der Insel Brac, wurden die Decken des Palastes mit feinem Marmor ausgekleidet, Sphinxen und Granitsäulen eigens aus Ägypten importiert. Die eindrucksvolle Fassade ragt an der Südseite direkt zum Meer hin und ist bei einem Spaziergang auf der Flaniermeile Riva in allen Einzelheiten zu sehen.

Pula: Prunkbauten von Augustus bis Nero

Pula liegt nahe der Südspitze der Halbinsel Istrien und kann auf eine 7000-jährige Geschichte zurückblicken: die Erstbesiedelung der Stadt wurde auf das 10. Jahrhundert v. Chr. Datiert. Im Jahre 171 v. Chr. Wurde es von den Römern erobert und zu einer römischen Kolonie unter Kaiser Augustus erklärt. Neben einer gut erhaltenen Altstadt hat Pula drei große Sehenswürdigkeiten aus der Zeit des römischen Reiches zwischen Ceasar und Nero vorzuweisen.

Das markanteste der drei Bauwerke ist das Amphitheater. Dieses ist nicht nur erstaunlich gut erhalten, sondern auch beeindruckend groß: Das Theater fasste 23.000 Menschen und gehört damit zu den größten römischen Arenen außerhalb Roms. Begonnen wurde der ehrgeizige Bau noch unter Kaiser Augustus, konnte jedoch erst unter Kaiser Vespasian fertiggestellt werden.

Ebenfalls sehenswert ist der Triumphbogen für Octavian Octavian (später unter dem Ceasarennamen Augustus bekannt) aus den Jahren 29-27 v. Chr. Er erinnert an die Schlacht von Actium, in der seinen Gegenkaiser Marc Anton sowie die ägyptische Königin Cleopatra schlug. Mit der darauf folgenden Beseitigung des Ostkaisers Marcus Antonius wurden die schweren Bürgerkriege, die Istrien lange Zeit erschüttert hatten, beendet, und das sogenannte goldene Zeitalter des römischen Reiches begann.

Die dritte ausgewiesene Attraktion ist der kleine, aber prunkvolle Tempel eben jenes Kaisers Augustus, der posthum zum Gott erhoben wurde. Wer sich für die Geschichte des römischen Reiches in Istrien interessiert, sollte darüber hinaus unbedingt das archäologische Museum östlich des Schlosshügels besuchen (weitere Informationen hier).

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