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Stadtplan in Palermo gegen Schutzgeld und Mafia

Dass in Italien, und insbesondere in Sizilien, die Mafia oftmals das Sagen hat, weiß man nicht erst durch Filme wie den Paten... Um dem Problem von Schutzgelderpressung jetzt in der Stadt Palermo Herr zu werden, hat sich nun eine Initiative von Bürgern und Politik gegründet. Und auch die Deutsche Botschaft ist mit von der Partie.

Gemeinsam entwarf man einen neuen Stadtplan für Palermo, in dem 400 Läden, Restaurants, Kneipen und Cafés aufgelistet sind, die sich strikt weigern, Schutzgeld zu zahlen. Für solch eine resolute Weigerung werden seitens der Mafia gerne mal Autos der Betroffenen in Brand gesteckt – oder den Besitzern geht es direkt körperlich an den Kragen.

Der neue Stadtplan trägt den Namen 'Addiopizzo', was so viel wie 'Tschüß Schutzgeld' heißt. Die Deutsche Botschaft half finanziell und kümmerte sich für die Umsetzung der deutschen Variante. Schließlich sind die 'beliebten' deutschen Touristen bekanntermaßen die zahlenmäßig häufigsten unten in Süditalien.

Zunächst einmal wurden 10.000 Exemplare des Stadtplans angefertigt, zu bekommen ist er natürlich an öffentlichen Plätzen wie Hotels, Bahnhöfen oder Flughäfen. Man hofft, so einerseits die Gewinne der Schutzgeld-Gegner zu erhöhen und sie so unabhängiger zu machen, und andererseits ein explizites Bewusstsein für das Problem der Mafia insbesondere in Palermo zu schaffen.

Quelle: N-tv.de
Bild: Alberto P. Veiga(Flickr), Jerome Bon(Flickr), Addiopizzo.org

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