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Rom: Radeln am Tiber

In der ewigen Stadt gibt es bekanntlich unzählige Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Die Jahrtausende alte Stadt hat ihre Geschichte an vielen Orten konservieren können. Rom schaut man sich traditionell zu Fuß an, viele der bekanntesten Attraktionen liegen im antiken Stadtgebiet und sind daher auch ohne Fahrzeug bestens zu erkunden. Wer etwas mehr sehen möchte, der kann es allerdings auch mit dem Fahrrad versuchen.

Das Verkehrschaos in der italienischen Hauptstadt ist mindestens genauso bekannt wie das Kolosseum. Vor allem als Radfahrer hat man hier einen schweren Stand, jeder ist sich selbst der nächste und Autofahrer verleihen ihrer Eile häufig mit der Hupe Nachdruck. Doch seit einigen Jahren gibt es für Fahrradfahrer eine geschützte Zone, und zwar entlang des Tibers.

Die "pista ciclabile" ist eine Fahrradroute, die sich über mehr als siebzig Kilometer entlang des Tibers erstreckt. Über Rampen gelangt man mit dem Rad vom hauptstädtischen Trubel hinab an das Flussufer, an einigen Stellen überwindet man dazu einen Höhenunterschied von mehr als zehn Metern. Der Tiber wurde im Stadtgebiet an vielen Stellen im 19. Jahrhundert von einer Mauer eingefasst, um die Stadt vor Hochwasser zu schützen.

Hier unten erlebt man Rom aus einem völlig anderen Blickwinkel. Der Lärm, der zehn Meter höher an den Nerven zerrt, weicht auf dem Radweg am Flußufer einer unwirklichen Idylle. Man fühlt sich, wie in einem kleinen römischen Vorort, ist in Wahrheit jedoch mitten in der Metropole. Unter den weltberühmten Brücken der Stadt radelt man vorbei an Joggern und Aalfischern, sieht immer wieder Leute lesend oder dösend in der Mittelmeersonne liegend und findet überall kleine ruhige Plätze, die zum verweilen einladen. Hebt man den Blick ein wenig, sieht man die Dächer und Kuppeln dieser Stadt majestätisch auf den Fluss herabblickend, wie schon in tausenden Jahren zuvor.

Quelle: faz.net
Bild: Eustaquio Santimano (Flickr)

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