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Reisen vom Discounter: Top oder Flop?

Früher kaufte man seine Lebensmittel beim Discounter und buchte seine Urlaubsreise im Reisebüro. Dann gab es Reisebüros im gleichen Gebäude wie die SB-Warenhäuser. Heute kann man Reisen schließlich direkt beim Discounter kaufen, zusammen mit Wurst, Käse und Brot. Ob es sich dabei dann immer auch um Schnäppchen handelt oder ob solche Angebote einfach alle minderwertig sind, kann man so pauschal nicht sagen. Wer bei Aldi, Lidl und Konsorten eine Reise kaufen will, sollte sich vorher informieren und Vergleiche anstellen.

Günstig sind Reisen bei einem Discounter höchstens in der Nebensaison, meint Achim Schröder vom Verbraucherinstitut Stiftung Warentest. Dass man in solchen Geschäften manche Dinge sehr preiswert einkaufen kann, bedeutet eben nicht gleichzeitig, dass dort alles günstig ist. Das Prinzip hinter diesen Reisangeboten nennt sich Direktvertrieb. Große Reiseveranstalter wie TUI oder Thomas Cook haben zu diesem Zwecke Tochterunternehmen gegründet, die dann Kontingente an die großen Discounter verkaufen. In den Regalen zwischen Butter und Brot steht dann natürlich nichts mehr von den großen Namen.

Diese Urlaubsangebote werden häufig nach dem Baukastenprinzip aus den Restbeständen an Hotelplätzen und Flügen der Veranstalter zusammen gebastelt. Die Reiseveranstalter hoffen dadurch zum einen ihre Restkapazitäten an den Mann zu bekommen und zum anderen noch jene Kunden ansprechen zu können, die eigentlich gar keine Reise im Sinn hatten, als sie zum wöchtentlichen Einkauf loszogen. Die Discounter wiederum hoffen dadurch an Attraktivität zuzulegen und ihr Angebot abzurunden. Reisebüros gehen bei diesen Geschäften leer aus. Qualitätseinbußen sind bei solchen Reisen nicht zwangsläufig zu erwarten, dennoch sollte man vor dem Vertragsabschluß Informationen einholen, ob eine ähnliche Reise nicht woanders noch günstiger zu bekommen ist. Der Kunde im Discounter sollte sich darüber im klaren sein, dass er beim Kauf der Reise nicht über die gleiche Beratung verfügt, wie im Reisebüro. Zudem gibt es selten eine Alternative beim Discounter, entweder die eine Reise, oder eben keine. Den Angebotsprospekt sollte man in jedem Falle gut aufbewahren, ist er doch das einzige, worauf man sich nach dem Urlaub gegebenenfalls berufen kann, wenn man etwas reklamieren möchte. Das darf man dann übrigens bei jemandem in einem Call-Center tun, telefonisch, versteht sich.

Quelle: stern.de
Bild: tommyS (Pixelio)

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