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Radeln in Tokio – nur mit Nummernschild

Andere Länder haben ja bekanntlich durchaus auch andere Sitten, selbst beim Fahrrad fahren unterscheiden sich die Gewohnheiten auf dem europäischen und dem asiatischen Kontinent. Doch vorab ist zu sagen, dass sich Großstädte ganz allgemein am besten mit dem Rad erkunden lassen und Tokio wohl am allerbesten.

Mit dem Bike hat man die Möglichkeit kurze Einblicke in fremde Lebensweisen zu erleben oder ungezwungen Kontakt mit Einheimischen zu bekommen. Auf dem Fahrrad kann man spontan agieren, sich seine Routen selbst zusammenstellen und man ist deutlich entspannter unterwegs. Letzteres ist natürlich Ansichtssache, gerade in Tokio muss man sich vorher über ein paar Dinge informieren.

Bevor man das Rad besteigt, benötigt der Reisende beispielsweise ein Nummernschild. Denn das Gefährt einfach so irgendwo abstellen ist verboten, nur an dafür gekennzeichneten Parkplätzen darf angekettet werden - die im Übrigen kostenpflichtig sind. Wenn man also eben mal etwas einkaufen will und das Rad abstellt, könnte es sein, dass es abgeschleppt wird. Dann wird das Vehikel auf bestimmte Sammelplätze verfrachtet, die Auslösung kostet 3.000 Yen, umgerechnet 25 Euro. Es sei denn man fragt vorher den Geschäftsinhaber und da ja der Kunde gerade in Japan der Kaiser ist, könnte man Glück haben.

Tokio leidet einerseits wie viele Großstädte unter enormen Parkplatzmangel, daher wird auch an Abstellplätzen gespart. Andererseits ist wildes Anketten der Räder verboten, auch aus gutem Grund. Denn in Japan wird ausschließlich auf dem Bürgersteig gefahren, wo sich ohnehin vielmehr Menschen tummeln, als in europäischen Städten. Da ist schon Slalom fahren angesagt. Hier muss man schnell reagieren können, aber dennoch ist das allein schon ein Erlebnis für sich.

Quelle: faz.net
Bild: phogel (Flickr)

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