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Polizei rät zum Verzicht auf Körperscanner

Noch vor der endgültigen Auswertung der Testergebnisse drang ein interner Bericht der Gewerkschaft der Polizei an die Presse, laut dem die Körperscanner derzeit nicht für den flächendeckenden Einsatz taugten. Der rund zehnmonatige Testlauf am Flughafen Hamburg habe gezeigt, dass es mit dem so genannten Nacktscanner zu häufig zu Fehlalarm komme und dass die Kontrollzeiten deutlich mehr Zeit beanspruchten.

Laut der Bundespolizei komme es bei den herkömmlichen Kontrollen mit so genannten Torsonden zu einer Quote der Nachkontrollen von unter 50%, während bei den rund 800.000 Passagieren, die seit Ende September 2010 freiwillig durch den Körperscanner geschleust wurden, in rund 70% der Fälle Alarm ausgelöst und eine Nachkontrolle notwendig wurde. Ein weiterer Kritikpunkt ist die tendenziell längere Dauer der Kontrollen mit dem Körperscanner, die vor allem bei Hochbetrieb zu Staus an der Sicherheitskontrolle führen können, wodurch Passgiere ihre Flüge nicht rechtzeitig erreichen und die Effizienz der Kontrollstelle eingeschränkt würde.

Das Innenministerium hält jedoch die Verurteilung der Körperscanner für verfrüht: Noch könne keine Rede davon sein, dass die neuen Durchleuchtungsgeräte den Praxistest nicht bestanden hätten. Der Testbetrieb wurde Ende Juli 2011 eingestellt und erst nach Auswertung aller Ergebnisse könne über einen weiteren Einsatz der neuen Technik entschieden werden.

Anders als die herkömmlichen Metalldetektoren arbeiten die Durchleuchtungsgeräte nach einem neuen Prinzip, das es unter anderem ermöglicht, Keramikmesser oder am Körper getragenen Sprengstoff aufzuspüren. Experten sehen darin einen eindeutigen Sicherheitsgewinn. Denn insgesamt stehe die Sicherheit des Flugbetriebs immer an erster Stelle.

Quelle: spiegel.de

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