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Nördlichster Weinanbau der Welt

Wer hätte gedacht, dass auch in Schweden die süßen Reben angebaut werden? Der 90-jährige Erik Rudhe baut seit Jahrzehnten Wein an, sein Geheimtipp für das Gedeihen: Algen und Eierschalen als Dünger.

Auf der Insel Tynningö nahe bei Stockholm befindet sich das Weingut Rudhesheim, hoch oben thront es auf einer Klippe. Ringsherum sind die roten Holzhäuschen zu finden die Bullerbü-Atmosphäre versprühen. Sonst ist hier nicht viel zu finden außer Fichtenwald, die Ostsee und viel Ruhe. Auf der Insel Tynningö ist man unter sich, denn die meisten Bewohner kommen nur zum Wochenende aufs Land. In der Mitte der Insel liegt der See Stora Maren, eine riesige Steinbadewanne, die im Sommer auf lauschige Temperaturen kommt.

In den Sommermonaten wird es hier bis zu 28 Grad warm, aber auch die Wintermonate sind wärmer als auf dem Festland. Das Wasser zwischen den vielen Inseln funktioniert wie ein Wärmespeicher, so dass der Wein gut gedeihen kann. Aber der Winzer hat noch so einige Tricks wie er die geliebten Pflanzen zum Wachsen bringt: Einerseits streut er Kieselsteine zwischen die Rebstöcke, die speichern wiederum die Wärme und schützen vor Frost. Andererseits verwendet Erik keine chemische Schädlingsbekämpfung. Der Frost hält das Ungeziefer fern. Als Dünger werden Algen benutzt, sie verfügen über einen hohen Anteil an Nährstoffen wie Kalium und Phosphor. Hierzu wird es getrocknet und zusätzlich mit Eierschalen vermischt, das ergibt einen 100-prozentigen Biodünger, der noch dazu nichts kostet, sondern einfach aus der Ostsee gefischt wird. Auf dem Weinberg wachsen und gedeihen also die Reben, die für verschiedene Weine, wie zum Beispiel den Chardonnay, benutzt werden.

Quelle: spiegel.de
Bild: Terry U. Weller (Pixelio)

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