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Mobile Häuser auf Barbados

Die mobilen Häuser auf Barbados sind Relikte aus längst vergangenen Zeiten. Die Chattel Houses, wie sie die Einheimischen nennen, sind Häuser ohne Fundament. Sie stammen aus der Zeit als die Karibikinsel noch zur britischen Krone gehörte und hier vornehmlich Zuckerrohr angebaut wurde.

Um 1840 war es den Plantagearbeitern zwar erlaubt eigene Häuser zu besitzen, aber der Grund und Boden gehörte den reichen Plantagenbesitzern. Sobald der Arbeiter also seinen Job verlor, waren er und seine Familie gezwungen weiter zu ziehen. Die Häuser waren so konzipiert, dass sie auseinander gebaut auf einen kleinen Karren passen mussten.

Noch heute sind viele der knallbunten Quartiere auf der ganzen Insel verteilt und sind beliebte Touristenattraktionen. Oft stehen sie direkt an der Küste, denn dort wurden die Plantagenarbeiter früher angesiedelt, denn der sandige Boden war schließlich unbrauchbar. Heute liegen sie in bester Lage und wären sicher beliebte Urlaubsdomizile, doch die Tourismusindustrie bewirbt seit je her die großen Villen der ehemaligen Plantagenbesitzer.

Die Chattel Houses, im Inselslang 'beweglicher Besitz' genannt, sind architektonisch unverkennbar. Damals wurde das Holz im vorgeschnittenen Maß aus Nordamerika importiert, so dass die Häuserfront mit ihren Fenstern auf beiden Seiten der Tür recht einheitlich wirken. Doch die Bewohner haben nicht an Farben gespart, daher sieht man überall leuchtend rote oder gelbe Häuschen. Je nach finanziellen Möglichkeiten der Besitzer wurden die Häuser, mit ursprünglich nur zwei kleinen Zimmern, nach und nach erweitert. Man konnte einfach zwei Unterkünfte verbinden oder andere Zimmer anbauen. Heute entsprechen die mobilen Häuser zum Glück absolut nicht mehr dem Einheitsstil, nicht zuletzt durch ihre tollen Farben.

Quelle: zeit.de
Bild: Sean O'Shaughnessy (Flickr)

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