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Mit Flutlicht gegen Orgien: Ferien-Insel Mallorca bangt nach Sex-Video von Magaluf erneut um Ruf

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Mallorca: Ein kürzlich im Internet veröffentlichtes Sex-Video sorgte für Wirbel. Spanische Zeitungen sahen in dem Clip, der eine 18-Jährige zeigt, wie sie einen Blowjob im Tausch für einen Drink gibt, einen "Anschlag auf die Menschenwürde".

Das englische Pendant zum Ballermann ist Magaluf: Die Hochburg von britischen Urlauben liegt nahe der Inselhauptstadt Palma de Mallorca, an der entgegengesetzten Seite der von deutschen Touristen besuchten Bucht. Und auch Magaluf machte jetzt pikante Schlagzeilen. Derzeit sorgt die Vergnügungsmeile Punta Ballena sogar für mehr Aufsehen, als der Ballermann selbst. Von einem schlimmen "Sündenpfuhl" ist die Rede.

Grund für den Skandal auf Mallorca ist ein etwa zweiminütiges Youtube-Video, das eine junge Irin beim Oralsex zeigt - und das gleich mit mehreren Männern. Wie man an den T-Shirts erkennt, gehörten die Männer einer Gruppe an, welche eine organisierte Tour durch die Bars in Magaluf auf der Partymeile "Punta Ballena" unternahm.

Das Sex-Video von Magaluf löste international Aufsehen, auf der Mittelmeerinsel eine riesige Welle der Empörung aus. Die spanische Zeitung "Ultima Hora" schrieb, das Geschehen in Magaluf sei ein "Anschlag auf die Menschenwürde". Wie es in diversen Presseberichten hieß, seien bestimmten Bars sogenannte Oralsex-Wettbewerbe an der Tagesordnung. Frauen würden dafür Gratisgetränke bekommen.

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Tatsache oder Ausnahme-Vorfall?

Party-Touristen sprechen meist nicht über das, was nachts in den Kneipen passiert. Gegenüber Reportern sagten die meisten Magaluf-Touristen, dass sie von solchen Exzessen nichts mitbekommen hätten. Und auch die Regionalregierung der Balearen bezeichnete das Skandal-Video als einen "isolierten Einzelfall". Dennoch kam es zu Krisensitzungen von Verantwortlichen der Regierung und der Tourismusbranche - Mallorca fürchtet offenbar mehr denn je um seinen Ruf.

Das Fazit der Gespräche ist: "Einen solchen Tourismus wollen wir hier nicht." Die Staatssekretärin im Tourismusministerium von Madrid, Isabel Borrego, räumte aber ein: "Strafen helfen nicht weiter. Wir müssen die betroffenen Unternehmen und die Touristen zur Einsicht bringen." In Großbritannien soll jetzt eine Informationskampagne gestartet werden. In den Lokalen in Magaluf hingegen sollen die Kontrollen verschärft werden. "Mit dem jüngsten Skandal um Lokale, die Frauen zu demütigenden Praktiken wie Oralsex für Gratisgetränke treiben, sind wir ganz unten angekommen", so sagte Gabriel Escarrer Jaume, der Geschäftsführer der Hotelkette Melià, in einem offenen Brief. "Alkohol-, Sex- und Drogenexzesse machen unser Reiseziel in den Augen der Welt zum Inbegriff eines widerlichen und schmutzigen Tourismus."

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Auch die Kneipenwirte der Partymeile bezeichneten das Sex-Video als "abscheulich", hielten die riesige Aufregung darüber allerdings für überzogen: "Seit Jahrzehnten kommen junge Leute nach Mallorca, um sich eine Woche lang ohne Kontrollen zu amüsieren", erklaerte Pilar Carbonell vom Gastronomieverband Restauración-Caeb im Interview. "Ihre Eltern hatten dies vor 20 Jahren auch schon getan." Und Jesus Sánchez vom Verband der Vergnügungsbars serklärte: "Es wäre absurd, wenn wir nur noch Radurlauber oder Familien aufnähmen und junge Leute unter 30 Jahren ausschlössen."

Die Vergnügungsmeile Magalufs, die Punta Ballena, hat aber seit geraumer Zeit einen schlechten Ruf. Auf einer Distanz von nur 400 Metern reihen sich viele Lokale aneinander, der Alkohol fließt hier allnächtlich in Strömen. Anwohner beklagen sich seit Jahren immer wieder über den Gestank von Urin oder Erbrochenem. Auch zu Unfällen kam es wiederholt: Betrunkene Party-Touristen stürzten nach Mutproben vom Balkon ihrer Hotelzimmer. Die Strandpromenade ist nachts ein Tummelplatz von Prostituierten und Kleinkriminellen. Die Gemeinde ließ sogar eine Flutlichtanlage installieren, um Kriminalität und Sex-Orgien in der Nacht zu bekämpfen. Aber eigentlich macht die Partymeile Punta Ballena lediglich nur einen winzigen Teil von Magaluf aus. Wenige Häuserblocks entfernt findet man schicke Lokale und Luxushotels.

Und am Ballermann?

Für die deutsche Urlauberhochburg hatte die Stadtverwaltung von Palma in diesen Sommer neue Benimmregeln erlassen - mit einem Verbot für Eimersaufen, Nackte in den Straßen, Strandverbot in der Nacht und mit hohen Strafen für Nichtbeachtung. In Magaluf gilt die Verordnung allerdings nicht - der Ort gehört zu einer anderen Gemeinde.

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