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Kopilotdilemma: Ryanair-Flugzeuge künftig nur noch mit einem Piloten?

Europas größte Billigairline Ryanair hat angekündigt auf Kurzstreckenflügen möglicherweise nur noch jeweils einen Piloten in seinen Flugzeugen einzusetzen. Wie die Business Week berichtet, will CEO Michal O'Leary den umstrittenen Sparplan bei der Flugaufsichtsbehörde vorbringen: 'Damit könnte die Branche ein Heidengeld sparen'.

Der sparsame Manager entgegnete Befürchtungen, dass der alleinige Pilot z.B. aufgrund eines Herzinfarkts ausfallen könnte, folgendermaßen: 'In 25 Jahren mit mehr als zehn Millionen Flügen hatten wir einen Piloten, der einen Herzinfarkt erlitt, und der hat das Flugzeug noch zum Landen gebracht'. Im allergrößten Notfall könnte ja der Bordcomputer oder gar eine Stewardess das Ruder übernehmen.

Bereits im letzten Jahr hatte Ryanair erwogen im hinteren Teil der Flugzeuge künftig Stehplätze für seine Passagiere anzubieten. Gar von Toilettengebühren und Zuzahlungen für übergewichtige Passagiere ('Fat Tax') war die Rede. O'Leary will anscheinend an allen Ecken seiner Airline sparen, um Ryanair als eine der weltweit führenden Billigflieger zu etablieren. Will man einen Koffer mit auf die Reise nehmen, verlangt Ryanair schon 15 Euro Gebühren, bucht man das Gepäckstück erst am Flughafen, kostet dies sogar 35 Euro, weit mehr als ein günstiger Flug.

Die irische Fluggesellschaft konnte mit 7000 Mitarbeitern und 1100 Routen in 25 Ländern erst kürzlich 7,61 Millionen Fluggäste vorweisen. Auch wenn die Sparpläne O'Learys immer auch Vorbild für andere Airlines war, dass Ryanair jetzt auf Kosten der Sicherheit seiner Passagiere nur noch einen Piloten pro Flug einsetzen wolle, stößt bei der Konkurrenz natürlich auf besonders kritische Töne.

Quelle: sueddeutsche.de, nzz.ch
Bild: YouTube

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