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Japanischer Badespass: Vorsicht Fettnäppchen!

Eine Reise in das fernöstliche Japan verlangt viel kulturelles Fingerspitzengefühl vom Reisenden, gilt es doch als Land mit den meisten Fettnäpfchen. Besonders in den berühmten öffentlichen Bädern gibt es einige Regeln, die man befolgen sollte.

Im Gegensatz zu allen anderen Alltagssituation in Japan, heißt es beim Baden: Jugend vor Alter. Den Jüngeren wird also immer der Vortritt gewährt. Dies ist aber auch schon die einzige Hierarchisierung, die in den Bädern gilt. Gehört es sonst zu den ritualisierten Umgangsformen des Landes, dass sich zwei Menschen stets voreinander verbeugen und derjenige, der sich gesellschaftlich auf einem niedrigeren Niveau befindet, länger in der gebeugten Haltung verharrt, zählen diese gesellschaftlichen Hierarchieformen in den Bädern nicht – hier ist jeder gleich!

Die öffentlichen Bäder heißen 'Onsen'. Übersetzt heißt dies 'heiße Quelle'. Die bekannteste heiße Quelle, das 'Funaoka Onsen', findet man in Kyoto, wo jeden Tag bis in die frühen Morgenstunden lange und stilvoll gebadet wird. Japan ist ein vulkanisches Land, so dass es über 3000 dieser Onsen gibt, die alle mit mineral- und schwefelhaltigem Wasser aus der Tiefe der Erde beliefert werden.

Doch Vorsicht: Auch in den Bädern muss man gleich am Eingang seine Straßenschuhe gegen Pantoffel austauschen. Außerdem ist es wichtig, dass der Besucher sich vor dem Eintauchen ausgiebig in den Waschräumen säubert, nur wer absolut sauber ist, darf die Bäder betreten. Das am Anfang gereichte Handtuch ist übrigens ausschließlich dafür gedacht, beim Verlassen der Becken, den Schambereich zu bedecken – in der restlichen Zeit legt man es sich einfach auf den Kopf.

Quelle: sueddeutsche.de
Bild: Marc Veraart (Flickr)

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