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Ich bin dann mal weg...auf Pilgerreise

Mit Hape Kerkelings Bestseller ‘Ich bin dann mal weg’ und den über 2 Millionen verkauften Exemplaren brach ab 2006 in Deutschland ein regelrechter Pilger-Marathon aus. Pilgerreisen liegen mittlerweile voll im Trend: Jährlich buchen 300 Millionen religiöse Pilgertouren!

Pilgern bedeutet unterwegs sein, vielen verschiedenen Menschen aus unterschiedlichen Ländern begegnen und die wichtigsten christlichen Stätten der Welt besuchen. Egal ob in Europa oder auf einem anderen Kontinent - Millionen von Pilgern zieht es jährlich an die Orte des göttlichen Wirkens, um mit eigenen Augen zu sehen, wo sich der Legenden nach einst ein Wunder vollzogen haben soll - oder einfach, um die Grabstätten der bedeutensten Heiligen persönlich zu besuchen.

Im Christentum hat das Pilgern seit jeher seinen festen Platz eingenommen, wie schon viele Stellen aus der Bibel und Berichte aus der Frühzeit des Christentums bezeugen. Immer wieder haben sich die Menschen aus unterschiedlichen Richtungen auf den Weg gemacht, immer den festen Blick auf den angestrebten Wallfahrtsort gerichtet.

Dabei sind leichtes Gepäck im bequemen Reiserucksack, eine gute Kondition und festes Schuhwerk das A und O, um das Ziel auch unversehrt zu erreichen. Schließlich müssen oftmals viele Hunderte von Kilometern ‘per pedes’ hinter sich gelassen werden, je nach Pilgerstrecke und Etappenlänge können bis zu 30 Kilometern am Tag erlaufen werden.

Wer sich auf die göttliche Wanderschaft begibt, denkt dabei aber nicht immer nur an die religiöse Gesinnung und das Buße-Tun: Viele sehen den Pilgerurlaub auch als eine Art sportlichen Ausgleich und vor allem als meditative Ablenkung vom Alltag und Stress.

Der Klassiker unter den Pilgerwegen in Europa ist sicherlich der Jakobsweg in Nordspanien mit dem Ziel der Kathedrale von Santiago de Compostela. Die Pilgerreise wird mit einem ungewöhnlichen Ritual in der Kirche beendet: Das Umarmen und Küssen der goldenen Jakobsfigur!

Der 800 Kilometer weiten Weg dorthin - der Camino Frances - wird als Orientierung durch Kilometersteine gesäumt, die das Pilgersymbol der Jakobsmuschel aufweisen. Die Wegweiser werden von Steinen und kleinen Zettel mit Wünschen und Gebeten von vorbeiwandernden Pilgerern immer wieder aufs Neue bestückt.

Neben dem Petersdom in Rom und der Basilika von Loreto ist den Wallfahrern in Italien auch der Weg ins italienische Assisi zur Basilika des heiligen Franziskus nicht zu lang. Einer der bekanntesten Wallfahrtsorte in Deutschland ist die Gnadenkapelle im bayerischen Altötting. Der Legende nach soll hier im 15. Jahrhundert auf dem Altar der Kapelle ein ertrunkenes Kind wieder zum Leben erwacht sein…

Quelle: bild.de, pilgerreisen.de
Bild: Jule_Berlin (Flickr)

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