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Flughafen London Heathrow - Herrenloses Gepäck wird nach 100 Tagen versteigert

Allein im letzten Jahr sind weltweit über 42 Millionen Gepäckstücke auf Flughäfen von ihrem Weg abgekommen und nicht mehr aufgetaucht. Das bedeutet umgerechnet, dass bei Tausend Flugpassagieren knapp zwanzig Koffer, Taschenoder Rucksäcke verloren gehen. Was passiert mit dem Gepäck, wenn es an einem völlig anderen Ort auf der Welt auftaucht und nicht abgeholt wird? Ganz einfach, es wird versteigert.

Genauso wird es bald bei den etlichen, fehlgeleiteten Stücken geschehen, die beim Chaos am Londoner Heathrow Airport übrig geblieben waren. Nun wurden bereits 138 andere Stücke nach 100 Tagen für herrenlos erklärt. Im Auktionshaus Greasby´s naher London fanden sich dann 50 Bietende ein, verschiedenste Typen, die alle gemein hatten, dass die die Katze im Sack kaufen wollten. Denn natürlich ersteigert man nur ein Gepäckstück, was sich darin befindet, weiß der Bieter nicht.

Bei fünf Pfund, umgerechnte knapp 6,30 Euro, geht eine Versteigerung los. So kann es sein, dass man unheimlich günstig etwa an Designerkleidung zum Weiterverkauf kommt. Genauso gut kann es aber sein, dass man nur billige Schmutzwäsche erhält. Schmuck, Elektogeräte und Schuhe werden den Gepäckstücken vorher entnommen und gesondert versteigert.

Die Fluglinie British Airways hat ohnehin im internationalen Vergleich eine besonders schlechte Verlustquote, die zweithöchste in Europa nämlich. Wenn nach dem Chaos am Terminal 5 in Heathrow Ende März 100 Tage verstrichen sind, werden die Londoner Auktionshäuser wohl noch mal Hochkonjunktur haben. Wenn die Erlöse dieser Auktionen auch meist guten Zwecken gespendet werden, so stehen irgendwo auf der Welt Menschen mit ein paar Klamotten weniger da.

Quelle: Welt Online
Bild: kozumel (Flickr)

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