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Fernbus oder Bahn: Was ist schneller? Und was günstiger?

Der Alternative Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat die Kosten und Zeit von Reisen mit der Bahn, dem Fernbus und dem Auto verglichen, um herauszufinden, mit welchem Verkehrsmittel der Bürger am schnellsten und günstigsten von A nach B kommt. Die zehn innerdeutschen Fernbusstrecken mit den häufigsten Verbindungen und der größten Beliebtheit wurden für diesen Vergleich heran gezogen. Das Ergebnis ist nicht gerade überraschend. Gleichzeitig hat Bahn-Chef Rüdiger Grube den Fernbus inkognito getestet und kam zu einem vernichtenden Urteil.

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Fernbus dauert am längsten

Fernbusse brauchen auf den deutschen Autobahnen im Vergleich zum Auto und der Bahn am längsten, um etwa die Strecke Hamburg - Berlin zurückzulegen. Das dürfte niemanden überraschen, da Busse nicht so schnell fahren können. Vergleicht man das Auto mit der Bahn, kommt es immer auf die Strecke an, welches Gefährt schneller am Ziel ist. Will man die Strecken Berlin - Dresden oder Karlsruhe - Köln zurücklegen, ist man mit dem Pkw am schnellsten unterwegs. Die Bahn ist dagegen bei der Verbindung von Hamburg nach Berlin deutlich schneller.

Auto immer am teuersten

Allerdings werden die Unterschiede beim Preis deutlich. Laut der Studie des VCD sollen Bahnreise um 139 Prozent teurer sein, als Fahrten mit dem Fernbus. Und nutzt man das Auto, sind die Kosten sogar um 362 Prozent höher. Das eigene Pkw sei immer die teuerste Variante, heißt es in dem Vergleich. Und vor allem belaste man mit dem Auto auch die Umwelt am meisten.

Das eigene Pkw lohnt sich also nur, wenn mehrere Fahrgäste an Bord sind und man sich die Benzinkosten teilen kann. Je mehr im Auto mitfahren, desto günstiger wird es also. Macht man sich allerdings alleine auf die Fahrt, sollte man überlegen, nicht doch die Bahn oder den Fernbus zu nutzen. Doch wie lange die Unternehmen die großen Busse zu geringen Preisen noch anbieten, ist ungewiss.

Dumpingpreise bei Fernbussen nicht rentabel

Warum inzwischen einige Fernbus-Unternehmen die Segel gestrichen haben, das hat Bahn-Chef Rüdiger Grube heraus gefunden. Er testete die Konkurrenz inkognito. Grube kaufte sich ein Fernbus-Ticket und fuhr die Strecke von Hamburg nach Berlin. Die Fahrkarte für 12 Euro sei zwar extrem günstig, doch würden Fernbus-Unternehmen mit dieser Preispolitik nicht gut wirtschaften, meint der Bahn-Chef. Mit elf weiteren Fahrgästen habe er morgens um sieben Uhr die Fahrt begonnen. Der Fernbus habe eine Stunde Verspätung gehabt und die Fahrt sei ziemlich unbequem gewesen. Diese Aussage kann man noch als Niedermachen der Konkurrenz interpretieren. Aber was Grube über die Finanzierbarkeit sagt, sollte man deutlich ernster nehmen. Denn jede Fahrt mit dem Fernbus koste je Kilometer 1,50 Euro für den Anbieter. Die 300 Kilometer von Hamburg nach Berlin kosten also 450 Euro. Bei zwölf Fahrgästen mit einem Ticket von 12 Euro kämen aber nur 144 Euro wieder herein. "Diese Preispolitik ist Wahnsinn", reümiert der Bahn-Chef.

So hoch sind die Kosten für Reisebusse

Auch die DB bietet Fernbusse an und ist das drittgrößte Unternehmen auf diesem Segment. Doch Grube gibt zu, dass man dort nur mit größter Mühe schwarze Zahlen schreibe. Preisdumping mache er jedenfalls nicht mit. Wenn man sich die vielen Fixkosten anschaut, ist es nicht verwunderlich, dass viele Unternehmen der Busbranche den Rücken kehren. Zuletzt hat der ADAC in diesem Gebiet aufgegeben. Ein Reisebus koste 200 000 Euro, er verbrauche 35 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Wenn man etwa die Strecke München - Berlin zurücklegt, würden die knapp 600 Kilometer bei einem Dieselpreis von 1,33 Euro etwa 279 Euro kosten. Dazu kämen Kosten für Marketing, Gebühren für die Nutzung von Fernbusbahnhöfen sowie Gehalt für einen oder mehrere Fahrer. Es sei laut Grube klar, dass dies alles mit einem Ticketpreis von 10 bis 15 Euro nicht finanzierbar sei.

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