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Ein Toter checkt ein

Ein makabrer Vorfall ereignete sich jetzt am Flughafen in Liverpool: Eine Deutsche hatte versucht, mit Hilfe ihrer Stieftochter ihren verstorbenen Ehemann in einem Rollstuhl an den Sicherheitschecks vorbei in den Flieger nach Berlin zu befördern. Das ganze flog aber auf, die beiden Frauen wurden festgenommen.

Die Szenerie erinnert an die rabenschwarze 80er Jahre-Komödie 'Immer Ärger mit Bernie', in dem die beiden Protagonisten aus Angst vor der Mafia einen Toten in einem Rollstuhl umherfahren. Im aktuellen Fall soll aber Geld der treibende Faktor sein. Die britische Polizei vermutet laut sueddeutsche.de, dass die beiden deutschen Frauen die Kosten für eine Leichenüberführung sparen wollten.

Die 66-jährige Witwe und ihre 41-jährige Stieftochter mit Wohnsitz in Oldham bei Manchester setzten dem Toten eine Sonnenbrille auf und wollten ihn dann durch die Flughalle schieben. Begleitet wurden sie noch von drei Enkeln, berichtet die Daily Mail. Schon bei der Ankunft am Airport sei der Schwindel aufgeflogen, denn ein Flughafenmitarbeiter, der den angeblich Schlafenden aus dem Taxi in den Rollstuhl hob, bemerkte, dass der Mann eiskalt war. 'Ich hab sofort gewusst, dass er tot war, aber die Frauen sagten, dass er immer so schlafe', sagte der Mitarbeiter.

Die beiden Beamten fühlten trotzdem den Puls des 91-Jährigen und stellten den Tod fest. Die beiden deutschen Frauen wurden sofort festgenommen. Sie gaben an, dass sie niemals vorhatten, einen Toten in den Flieger zu schmuggeln. Er habe gelebt, als sie den Alzheimer-Kranken aus dem Krankenhaus abholten, um mit ihm nach Berlin zu fliegen. In der Klinik sei er wegen einer Lungenentzündung behandelt worden. 'Glauben Sie denn, wir würden 24 Stunden einen Toten transportieren? Das ist lächerlich, er hat gelebt, das können acht Menschen bestätigen', sagte die Tochter während des Verhörs.

Die Ehefrau des Verstorbenen stritt ebenfalls alles aus. 'Er war der beste Mann der Welt. Ich habe ihn 22 Jahre geliebt', sagte sie dem englischen Sender BBC. Mutter und Stieftochter wurden inzwischen auf Kaution wieder freigelassen. Eine Anzeige wegen 'unterlassener Mitteilung eines Todesfalls' gab es trotzdem. Die Anhörung findet am 1. Juni statt, dann wird sich entscheiden, welche Strafe die beiden deutschen Frauen kriegen, die versuchten, einen Toten am Flughafen in Liverpool einzuchecken.

Bild: Flickr 1, 2

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