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Aus Slums werden Touristen-Attraktionen

Frei nach dem Motto 'Unsere Stadt soll schöner werden' gibt es nun ein Projekt in Rio de Janeiro, das Touristen in die Favelas, in die berüchtigten Armenviertel, der Stadt führt.

Dort wo eigentlich Drogenbanden regieren, werden Touristen auch an nette Flecken geführt, es werden Samba-Schulen und Kunstwerke oder schöne Aussichtspunkte gezeigt. Das Projekt der brasilianischen Regierung dient dem Zweck, das Image der Stadt zu verbessern. Anfang September wurden die Favelas offiziell vom Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva zur Touristen-Attraktion erklärt. Es geht nicht nur um das Image der baldigen Olympia-Stadt, sondern auch darum zu zeigen, dass die Bewohner in Armenvierteln zwar mittellos sind, aber trotzdem normale Menschen in wie in vielen anderen Gemeinden der Stadt auch.

Die Metropole hat den Ruf, eine der gewalttätigsten Städte der Welt zu sein. Eigens für das Pilotprojekt wurden Drogendealer und andere Kriminelle aus den betroffenen Slums vertrieben. Schon seit mehreren Jahren bieten private Veranstalter Touren in die Favelas an. Auch das Regierungs-Projekt soll Geld in die Viertel bringen.

Die Favela Santa Marta ist das erste Viertel, in dem das Projekt umgesetzt wird. Einige der 5000 Bewohner sollen zu Gästeführern ausgebildet werden, außerdem werden englischsprachige Hinweisschilder aufgestellt. Rund 30 Attraktionen können besichtigt werden. Rund ein Drittel der sechs Millionen Einwohner von Rio lebt in den 1000 Slums der Metropole. Daher soll das Projekt auch auf andere Viertel ausgeweitet werden, um sie sicherer zu machen.

Quelle: spiegel.de
Bild: korneloni (Pixelio)

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