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Amsterdam - Coffeeshops vor dem Aus

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Amsterdam will sein Image ändern, deswegen müssen viele Coffeeshops schließen. Allein im Zentrum des einstigen Kifferparadieses stehen die Hälfte der 78 Shops vor dem Aus. Es herrscht ein schärferer Wind, seit in den Niederlande eine Mitte-Rechts-Regierung an der Macht ist. Es soll massiv gegen Drogen und Prostitution vorgegangen werden.

Die neue Anti-Drogen-Linie aus dem Regierungssitz Den Haag hat einen Namen: "Project 1012". Dieses beinhaltet, dass im berühmt-berüchtigten Amsterdamer Rotlichtviertel mit der Postleitzahl 1012 ordentlich aufgeräumt werden. Das Ende der Geldwäsche und des Drogenverkaufs soll eingeläutet sein. Außerdem werden 192 Huren-Fenster geschlossen. Es wird rigoros vorgegangen, bis 2016 soll Amsterdam "sauber" und weniger für Kiffer, sondern mehr für Touristen attraktiv sein.

Viele Coffeeshops mussten bereits schließen. Ein neues Gesetz besagt, dass die Läden für Haschischverkauf nicht im Umkreis von 250 Metern einer Schule liegen sollen. Außerdem soll laut Regierung der Verkauf von Drogen nur noch an Personen mit entsprechendem "Haschisch-Pass" geschehen. Die Besitzer der Coffeeshops halten dies für Blödsinn. Denn Schülern war der Zutritt eh schon immer versperrt.

Bis jetzt wirkt sich die Schließung der Läden aber eher negativ aus. Denn jetzt blüht der Straßenhandel. Viele Dealer wittern die Möglichkeit und bieten ihr - meist nicht besonders gutes oder sauberes - Zeug auf der Straße. Und nicht nur Haschisch, sondern auch illegale Drogen wie Kokain oder XTC können nun erstanden werden. Das lag sicher nicht im Sinne der Mitte-Rechts-Regierung in den Niederlangen.

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