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Die Idylle trügt: All-inclusive-Urlaub schadet vielen Ländern

Ein All-inclusive-Urlaub ist für viele Deutsche in jedem Jahr die beste Variante einer Reise, denn sie ist gerade aus geldlicher Sicht oft einfach sinnvoller und bietet Urlaubsfreuden ohne jegliche Anstrengung. Doch wo Individualtouristen oft verspottet werden, liegt der Stein des Anstoßes ganz woanders: Wer sich selbst seine Variablen zu einem Urlaub zusammenstellt, tut dem Land der Reise Gutes. Wird lediglich in einen Hotelkomplex investiert und keine Reise ins Land selber unternommen, wo Geld ausgegeben werden könnte, schadet diese Urlaubsform dem Land.

Gerade in Ländern, die ein geringes Bruttoinlandsprodukt aufweisen können, zeigen sich die Verluste in der lokalen Ökonomie fatal. Gäste, die sich in nur einem Hotel eingebucht haben, lassen ihr Portemonnaie aus Bequemlichkeitsgründen lieber im Hotelsafe, um dann am Ende der Reise alles insgesamt zu bezahlen. Auf diese Weise fühlen sich viele Familien bei ihrem Urlaub an der Sonne sicherer, da sie die Kosten im Vorhinein besser abstimmen können.

In der Dominikanischen Republik ist das Problem der Urlauber, die kein Geld im Land lassen, besonders akut. Hier sind Land und Leute auf das Geld aus dem Tourismus angewiesen, der weitere Wirtschaftsfaktor ist die Agrarproduktion, dies reicht jedoch nicht aus. Man könnte jedoch mit passenden Angeboten die Menschen aus den Hotelanlagen für einen Blick über den Tellerrand durchaus begeistern, denn nur ein Drittel aller Gäste haben gar kein Interesse an dem Land, in dem sie ihren All-inclusive-Urlaub abhalten.

Quelle: focus.de
Bild: Wolfgang Staudt (Flickr)

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