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Ab in den Süden – Barcelona für Lebenshungrige

Bunte Farben, sonnige Menschen und sanfte Gitarrenklänge – das ist Barcelona. Die Stadt im Nordosten Spaniens besticht durch eine besondere Mischung von Sandstrand-Promenade und Großstadt-Feeling, eine einzigartige Architektur und die Fähigkeit, das Leben zu genießen – denn die Katalanen haben die Lebensfreude zur Kunstform erhoben. Warum dies ganz besonders deutsche Touristen in seinen Bann schlägt, kann wohl am besten eine Deutsche beurteilen, die hier lebt: Charlene Stapf hat sich bei ihrem ersten Barcelona-Aufenthalt in die Stadt verliebt und lebt nun seit fast zwei Jahren unter spanischer Sonne. Was so besonders an Barcelona ist und warum Sie Barcelona in Ihrem herzen trägt hat die 28 jährige vor kurzem in einem Interview geschildert.

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Sonne am Morgen, Tapas am Abend

Charlene lebt in der Hauptstadt Kataloniens, seit sie ihr Studium in Deutschland beendet hat. Für sie ist das die Erfüllung eines Traums, denn dass sie hier einmal würde zu Hause sein wollen, stand für Charlene schon bei ihrem ersten Besuch fest. Nun genießt sie das milde Klima, trifft sich am Abend mit Freunden auf ein Bier und Tapas und genießt die katalanische Lebenslust, die sich hier mit den Klängen spanischer Gitarre mischt:

"'Ich habe mich sofort in die Stadt verliebt', schwärmt die 28-Jährige. […] 'Barcelona ist sprudelnd, lebensfroh und bunt.'"

Mit einem Lächeln durch das Leben – das ist Barcelona

Im Gegensatz zu vielen Deutschen sind die Katalanen Meister darin, das Leben so zu nehmen, wie es gerade kommt – und das bedeutet für viele leider keine besonders rosigen Zeiten. Seit Ausbruch der Wirtschaftskrise im Jahre 2008 liegt die Arbeitslosenquote bei rund 25 Prozent; von den Jugendlichen ist sogar über die Hälfte ohne Anstellung und selbst bei guter Ausbildung müssten sich viele junge Leute mit Kellnern und anderen Aushilfsjobs über Wasser halten.

Doch es sind trotzdem nicht diese Dinge, die im Gedächtnis bleiben – im Gegenteil: Charlene schwärmt von der Lebensfreude, der Aufgeschlossenheit und der Hilfsbereitschaft der Menschen: "Sie gehen offener und gelassener durchs Leben und wissen trotz der schwierigen Situation hier, wie man das Leben genießen kann."

Eine Frage der Mentalität

Für Deutsche sei natürlich die katalanische "Gelassenheit" häufig ein Problem, denn auf Pünktlichkeit werde hier ganz einfach nicht so viel Wert gelegt. Für Charlene, die nebenher als Deutschlehrerin arbeitet, sei dieser Mentalitätswechsel allerdings nicht problematisch gewesen. Vor Kurzem machte sie sich mit einem Coworking Space, das mitten in dem Viertel El Raval gelegen ist, sogar selbstständig:

"Ein Ort für Kreative und Selbstständige, die einen Arbeitsplatz für kurze oder längere Zeit mieten können. Die Idee ist zudem, sich gegenseitig zu unterstützen und auszutauschen."

Barcelona für Genießer

Charlene selbst lebt in "Gracia", einer Ecke Barcelonas, die als "Künstlerviertel" bekannt ist. Für alle, die abseits des Metropolen-Trubels ein wenig Erholung suchen, bietet sich "Gracia", wo sich eine Plaza an die andere reiht und viele lokale Künstler und Designer mit ihren Werken locken, geradezu an. Noch gilt der kleine Ort als Geheimtipp und ist noch nicht so sehr von Touristen überlaufen. Laut Charlene fühlt man sich "ein bisschen wie in einem kleinen Dorf mitten in der Stadt".

Einmal im Jahr feiert der Ort sich selbst mit einem traditionellen Stadtfest, dem "Fiesta Major", das an den beiden Wochen- enden nach dem 15. August stattfindet. In Gracia befindet sich auch Charlenes kulinarischer Geheimtipp: Das kleine Café "Sol Soler" auf der "Plaza del Sol". Ihre besondere Vorliebe gilt einem Tapas namens "Patatas Bravas", einem Kartoffelgericht in würziger Tomatensauce.

Der künstlerische Vater der Stadt: Antoni Gaudi

Kaum jemand hat das architektonische Bild Barcelonas so nachhaltig geprägt wie Antoni Gaudi, einer der prominentesten Vertreter des Jugendstils, der in der katalanischen Hauptstadt gelebt und gewirkt hat: Zahlreiche von ihm entworfene und gestaltete Gebäude zählen seit 2005 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

• Mit dem "Casa Milà", welches zwischen 1906 und 1910 errichtet wurde, schrieb Gaudi Architekturgeschichte; das Gebäude zeugt bereits von seiner spezifischen Bauweise der "natürlichen Formen".

• Die "Casa Batlló" gilt bis heute als eines der Glanzstücke Barcelonas und befindet sich am Passeig de Gràcia. Gaudi gestaltete das Gebäude von Grund auf im Stile des Jugendstils um. Die bunte Fassade des erzählt die Geschichte des Heiligen Georg, seines Zeichens Schutzpatron Kataloniens.

• Die "Casa Calvet", gilt als der konventionellste Bau Gaudís, da die Fassade symmetrisch und ebenmäßig erscheint, was für die Gestaltungsweise des katalanischen Künstlers eher untypisch ist.

• Die "Sagrada Familia", eine römische-katholische Basilika, ist Gaudis wohl berühmtester, weil monumentalster Bau in neukatalanischem Stil; 1882 begonnen, ist die Kirche bis heute unvollendet.

Barcelona & das Leben

Nicht nur das milde Klima, die phantastischen Tapas und die Liebe zur Kunst machen Barcelona zum Traum-Reiseziel: Laut Charlene sind die Einheimischen deutlich offener und vom Temperament her sehr viel lockerer als viele Deutsche – vielleicht auch ein Grund dafür, dass von 17, 5 Prozent Gesamtausländeranteil satte 4,3 Prozent Deutsche sind:

"'Nicht selten kommt es vor, dass man auf der Straße, im Supermarkt oder im Café mit anderen Passanten bzw. Wartenden in der Schlange an der Kasse oder mit Tischnachbarn ins Gespräch kommt. Flirten bleibt dabei auch nicht aus. Die Stimmung in der Stadt und die Menschen selber sind schon eher flirty.'"

Wen es im Urlaub allerdings ausschließlich nach Ruhe und Einsamkeit verlangt, der sollte von Barcelona vielleicht lieber Abstand nehmen, denn die katalanische Hauptstadt bietet vor allem eines: enorme Fluktuation. Täglich kommen und gehen nicht nur Tausende von Touristen, sondern auch viele Studenten für ein Auslandssemester und andere Abenteurer, die dem Zauber der Metropole erlegen sind und hier ihr Glück versuchen möchten.

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